Günter Gloser besucht Islamisten-Moschee

Extremisten luden ihn zum Fastenbrechen ein – der Verfassungsschutz warnt, der SPD-Abgeordnete geht trotzdem hin

NÜRNBERG Diesen Leuten geht es nicht um Integration – Ziel ist „die Veränderung der Gesellschaft den eigenen Vorstellungen entsprechend“. Was das Wirken der „Islamischen Gemeinde Nürnberg“ angeht, spricht der aktuelle Bericht des Bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz eine deutliche und eindeutige Sprache. Dem Nürnberger SPD-Bundestagsabgeordneten Günter Gloser allerdings ist die Einschätzung der Sicherheitsexperten ziemlich egal: „Da werden viele Dinge verbreitet“, erklärte er gegenüber der AZ.

Er selbst war „schon öfters drin“ und wird die Moschee in der Gostenhofer Hessestraße (gemeinsam mit SPD-Stadträten) auch am Dienstag wieder besuchen. Via Pressemitteilung freut sich der Parlamentarier aufs „gemeinsame Fastenbrechen in freundschaftlicher Atmosphäre“.

Bei Glosers „Freunden“ handelt es sich um einen Ableger der ägyptischen Muslimbruderschaft, die, wenn auch nicht offen, „gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland“ kämpft, vermerkt der Verfassungsschutz. „Die sind halt da, man muss mit ihnen reden“, so Gloser zur AZ. Ob er dann auch andere Extremisten, wie etwa die christlichen Piusbrüder, besuchen würde? „Auf gar keinen Fall!“, meint er und begründet die Stippvisite bei den Islamisten zum Ramadan mit seinen „guten Kontakten in die arabische Welt“, die es zu pflegen gelte.

Naiv oder berechnend? Die Verfassungsschützer jedenfalls sind entsetzt: „Immer wieder fallen Politiker und andere Funktionsträger auf diese und andere Organisationen herein“, sagte ein Sprecher zur AZ: „Nach außen geben sie sich ganz lieb, verfolgen aber langfristige Strategien.“ Und zwar in kleinen Schritten – etwa mit dem Einfordern von „Respekt vor religiös motivierten Kleidungsvorschriften im Schulkontext“ – sprich: die Toleranz gegenüber verschleierten Schulmädchen, was der Verein in die Nürnberger „Charta des Zusammenlebens“ diktiert hat.

(www.abendzeitung-nuernberg.de / 11.08.2011)

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